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Bequem Fenstergröße und -position ändern
Stack & Tile
Dialoge zum Öffnen und Speichern
Replikanten

Haikus Benutzeroberfläche

Haikus grafische Benutzeroberfläche ist ein fundamentaler Bestandteil des Systems. Anders als bei anderen Unix-ähnlichen Systemen gibt es keinen getrennten Fenstermanager, und nur in eine Konsole hochfahren ist nicht möglich. Weil sich Haiku ganz auf den Desktop-Nutzer konzentriert, ist dies einfach nicht nötig.

Weil die meisten wohl schon Erfahrung mit anderen grafischen Benutzeroberflächen haben, überspringen wir mal die Standards wie Menüs, Rechtsklick Kontextmenüs, Drag&Drop etc. Konzentrieren wir uns stattdessen auf die paar Besonderheiten der Haiku Oberfläche.

gui.png

Haikus GUI ist ziemlich selbst erklärend; nur wenige Dinge bedürfen einer weiteren Erläuterung.

  1. Die Deskbar ist sozusagen Haikus "Start" Menü und Taskbar, siehe Deskbar.

  2. Der gelbe Reiter zeigt mehr als den Programm- oder Dateinamen:
    • Er lässt sich verschieben, indem man die SHIFT Taste gedrückt hält, während man ihn an eine andere Position zieht. So lassen sich einige Fenster hintereinander anordnen, und bleiben durch ihre beschrifteten Reiter einfach erreichbar.
    • Durch einen Doppelklick auf den Reiter werden Fenster minimiert (oder per STRG ALT M). Auf ein so minimiertes Fenster kann über dessen Eintrag in der Deskbar oder dem Twitcher zugegriffen werden.
    • Ein Rechtsklick auf den Reiter eines Fensters (oder dessen Rahmen) schickt es in der Hierarchie offener Fenster ganz nach hinten.
  3. Der Button zum Fenster schließen.

  4. Der "Zoom" Button (auch durch STRG ALT Z). Die meisten Anwendungen ziehen damit ihr Fenster auf die Maximalgröße, ohne dabei die Deskbar zu verdecken (zusätzlich SHIFT halten, um keine Rücksicht auf die Deskbar zu nehmen). Das muss aber nicht immer so sein. Tracker-Fenster etwa, ändern sich so, dass der Inhalt optimal dargestellt wird.

  5. Der Fensterrahmen: zieht man mit der linken Maustaste, wird das Fenster verschoben, mit der rechten wird die Fenstergröße geändert.

  6. Die Ecke zum Ändern der Fenstergröße.

index Bequem Fenstergröße und -position ändern

Arbeitet man mit mehreren Anwendungen gleichzeitig müssen oft Fenster verschoben oder in der Größe verändert werden. Es gibt dafür einen bequemeren Weg als auf die kleinen gelben Reiter zu zielen oder auf die noch kleineren Fensterrahmen. Und zu seiner geringen Größe kommt bei der Ecke noch dazu, dass man die Fenstergröße nur hier und auch nur in Richtung rechts und unten ändern kann.
Sicher, per Rechtsklick kann man ein Fenster auch an jeder Rahmenstelle in der Größe ändern, aber dazu muss man auch ziemlich genau zielen.

Haikus Lösung ist die Einführung des Tastenkürzels STRG ALT in Kombination mit der Maus. Siehe dazu auch das Kapitel Tastaturkürzel und Tastenkombinationen für weitere Kürzel zum Fenstermanagement.

resizing.png

Wird STRG ALT gehalten, färben sich die dem Mauszeiger nächstgelegenen Fensterrahmen. Bewegt man die Maus in die Nähe eines anderen Rahmens, ändert sich das Ziel der Aktion entsprechend. Klickt und zieht man nun die Maus mit der rechten Maustaste, wird das Fenster entlang der eingefärbten Seite(n) vergrößert oder verkleinert.

Hält man STRG ALT und klickt mit der linken Maustaste irgendwo in ein Fenster, kann man es verschieben. Ein kurzer Klick mit der rechten Maustaste schickt das Fenster in den Hintergrund.

index Stack & Tile

Haikus grafische Oberfläche bietet eine Funktion, die die Tatsache nutzt, dass Fenster nur einen gelben Reiter haben anstatt einer Titelleiste auf ganzer Breite. Dieses Feature heißt "Stack & Tile".
Das folgende Beispiel zeigt ein Tracker-Fenster mit Lesezeichen, das zur Linken eines WebPositive Fensters klebt ("Tiling"), das wiederum mit einem anderen Tracker-Fenster gestapelt wurde ("Stacking"), das den Sourcecode-Ordner haiku zeigt. Die Animation simuliert, wie der Benutzer mit einem Klick auf die Titelreiter der Fenster im Stapel abwechselnd mal das eine, mal das andere Fenster in den Vordergrund holt.

gui-s+t.gif

So verbunden, können die Fenster gemeinsam als Gruppe verschoben oder in der Größe verändert werden. Praktisch, wenn man projektorientiert arbeiten möchte: Anstatt nach dem Browserfenster mit der Dokumentation, dem Editor, Tracker-Fenster und vielleicht eine das aktuelle Projekt betreffende Email zu suchen, werden all diese Fenster einfach per "Stack & Tile" zusammengefügt.

Das eigentliche Gruppieren von Fenstern ist einfach: Man hält OPT gedrückt während man ein Fenster an seinem Reiter greift; bewegt man das Fenster nun in die Nähe von Reiter oder Rahmen eines anderen Fensters, ändert sich deren Farbe und man lässt das Fenster los.

"Stack & Tile" besteht aus zwei verwandten Komponenten.

gui-stacking.png

Als "Stacking" bezeichnet man das Stapeln von Fenstern; die gelben Reiter werden dabei automatisch nebeneinander angeordnet.
Beim Halten von OPT ändert sich die Farbe der Reiter, sobald sie überlappen; durch Loslassen werden die Fenster dann gestapelt.

gui-tilinging.png

Unter "Tiling" versteht man das horizontale oder vertikale Andocken von Fenstern, so dass sie praktisch aneinander kleben bleiben.
Wieder ändern sich beim Halten von OPT Farben, diesmal die Andockstellen der Rahmen, sobald sich zwei Fenster nahe genug gekommen sind.

Trennen lassen sich Fenster auf gleiche Weise: OPT halten und ein Fenster an seinem Reiter fassen und aus der Fenstergruppe ziehen.

index Dialoge zum Öffnen und Speichern

Öffnet oder speichert man eine Datei in irgendeiner Anwendung, erscheint so ein Dialog:

open-save.png

Er besteht aus den üblichen Dingen: Eine Auswahlliste aller Dateien des aktuellen Ordners, ein Textfeld um einen Dateinamen einzugeben und ein Menü für unterschiedliche Dateiformate und deren Einstellungen.
Zum übergeordneten Verzeichnis gelangt man mit dem Pop-up Menü über der Dateiliste.

Ist bereits ein Tracker-Fenster mit dem gewünschten Ort offen, kann man einfach irgendeine Datei von dort oder das Ordnersymbol oben rechts in der Menüleiste in den Dialog ziehen. Dadurch springt der Dialog zu diesem neuen Ort.

index Tastaturkürzel

Viele Kürzel in Öffnen- und Speicherdialogen sind die gleichen wie im Tracker. Neben den Befehlen, die auch über das Menü Datei erreichbar sind, gibt es noch einige nicht so offensichtliche:

ALT NErstellt einen neuen Ordner.
ALT EBenennt das ausgewählte Objekt um.
ALT Wechselt in das übergeordnete Verzeichnis.
ALT or RETURNWechselt in das ausgewählte Verzeichnis.
ALT DWechselt zum Desktop.
ALT HWechselt zum Home Verzeichnis.

Eine Auflistung von Haikus Tastenkürzeln im allgemeinen, findet sich im Kapitel Abkürzungen und Tastenkombinationen.

index Favoriten und kürzlich verwendete Ordner

In Öffnen- und Speicherdialogen bietet das Menü Favoriten kürzlich besuchte Ordner und bevorzugte Speicherorte, die man selbst einrichten kann. Wie durch den kleinen Pfeil erkennbar, lassen sich diese Orte auch als Ausgangspunkt zum weiteren Navigieren in der Hierarchie nutzen.

favorites.png

Um einen Favoriten hinzuzufügen, klickt man sich einfach zu seinem Ziel durch und wählt dann Favoriten | Aktuellen Ordner hinzufügen. Er erscheint von nun an in jedem Öffnen/Speichern Dialog. Möchte man ihn wieder entfernen, wählt man Favoriten | Favoriten bearbeiten... und löscht den entsprechenden Eintrag.
Alle Favoriten befinden sich in /boot/home/config/settings/Tracker/Go/. Man kann Verknüpfungen zu Dateien und Ordnern also auch dort direkt anlegen und entfernen.

index Replikanten

Replikanten sind kleine autarke Module von Anwendungen, die in andere Programme integriert werden können. Sofern Deskbars Option Replikanten einblenden aktiviert ist, erkennt man "replizierbare" Teile einer Anwendung durch ein kleines Symbol, normalerweise rechts unten:

replicant.png

Das nächstgelegene Objekt, das Replikanten aufnehmen kann, ist der Desktop: Man lässt einfach das kleine Symbol per Drag&Drop darauf fallen. Ab sofort ist es ein Teil der Arbeitsfläche und die ursprüngliche Anwendung muss nicht mehr laufen damit es funktioniert.
Ein Rechtsklick auf ein Replikanten-Symbol öffnet ein Kontextmenü, um das Über Fenster der ursprünglichen Anwendung anzuzeigen und zum Entfernen den Befehl Replikant entfernen. Um einen Replikanten von der Arbeitsfläche zu entfernen, kann man ihn auch einfach auf das Mülleimer Icon ziehen.

Sollte ein Replikant auf dem Desktop mal Schwierigkeiten machen und sich auch nicht mehr entfernen lassen, kann man die Datei ~/config/settings/Tracker/tracker_shelf löschen. Dadurch werden allerdings alle Replikanten vom Desktop entfernt.

Beispiele replizierbarer Anwendungen sind die Anzeigen vom ActivityMonitor, die Workpaces Tool oder DeskCalc.